Übertraining – Wenn der Körper überfordert ist

Übertraining – Wenn der Körper überfordert ist

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Ehrgeiz und Disziplin sind wichtig beim Laufsport. Ob man einfach nur seine Laufzeit verbessern oder den nächsten Wettkampf schneller laufen möchte, ohne Training kann man keine Fortschritte erwarten. Doch schnell können zu große Ziele und überzogene Erwartungen dazu führen, dass der Läufer ein zu hohes Trainingspensum an den Tag legt und seinen Körper mit dieser Belastung überfordert. Die Folgen sind Leistungsabfall und eine Reihe weiterer schwerwiegender Symptome. Denn, wie irrtümlich oft behauptet wird, bedeutet mehr Training nicht gleichzeitig mehr Leistung.

Die Ursachen

Viele Sportler fühlen sich mit der Steigerung ihres Trainings zunächst noch gut oder sogar enthusiastisch, weil vielleicht das Übertreffen der persönlichen Bestzeit einen Rausch von Glückshormonen ausgelöst hat. Aber das Hochgefühl kann schon nach ein paar Tagen wieder versiegen, wenn nach kurzer Zeit zu viele neue, lange oder schnelle Reize gesetzt werden und das Bedürfnis des Körpers nach Ruhe ignoriert wird. Auch eine mangelhafte Ernährung, zu wenig Schlaf, nicht auskurierte oder chronische Krankheiten sowie wetterbedingte Extremzustände stellen Ursachen des Übertrainings dar.

Um beim Lauftraining die körperliche und geistige Gesundheit zu erhalten und sinnvolle Regenerationsphasen planen zu können, ist es wichtig, die alltäglichen Belastungen aller Lebensbereiche zu analysieren. Das bedeutet, dass neben dem Sport z.B. auch die familiäre und berufliche Situation beachtet werden sollte. Denn auch eine Beziehungskrise oder ein gestörtes Arbeitsklima können ein Übertraining begünstigen.

Die Symptome

Die Diagnose eines Übertrainings ist nicht leicht, da zuerst organische Krankheiten mit ähnlichen Symptomen, wie beispielsweise eine Eisenanämie oder eine Schilddrüsenerkrankung, ausgeschlossen werden müssen. Außerdem wird das Übertraining in zwei Formen aufgeteilt. In beiden Fällen liegt eine Störung des vegetativen Nervensystems vor.

Vom Erregungsübertraining sind häufig junge Kurzstreckenläufer, die auf Schnelligkeit trainieren, betroffen. Die Symptomatiken sind:

- schnelle Ermüdung
- Energielosigkeit
- Kraftlosigkeit
- Kopfschmerzen
- innere Unruhe- und Erregungszustände
- weniger Appetit
- Gewichtsverlust
- erhöhter Ruhepuls
- höhere Anfälligkeit für Infekte und Verletzungen
- Schlafstörungen
- Erholung braucht mehr Zeit

Das Hemmungsübertraining findet man eher bei Profiläufern, die längere Distanzen bewältigen. Hier treten folgende Symptome auf:

- Müdigkeit
- Energielosigkeit
- Depressionen
- Antriebslosigkeit
- keine Lust zum Trainieren
- Anfälligkeit für Verletzungen und schwerer Verlauf bei Infektionen
- Puls ist im Ruhezustand verlangsamt und sinkt nach körperlicher Belastung schnell

Übertraining behandeln und vermeiden

Die leichte Ermüdung nach dem Lauftraining ist natürlich normal und sie unterscheidet sich vom Übertraining dadurch, dass sie nach kurzen Erholungsphasen wieder verschwindet. Wenn trotzdem Unsicherheit über den Gesundheitszustand besteht, ist es wichtig, auf seinen Körper zu hören und die Ruhephase lieber zu verlängern.
Der bereits übertrainierte Körper kann sich nicht mehr ausreichend erholen. Der Effekt der Superkompensation, der normalerweise für einen Leistungsanstieg sorgt, bleibt aus. Dann muss dieser Zustand entsprechend seiner Form therapiert werden. Ein Sportmediziner kann hier beraten, wie lange und stark das Training reduziert werden muss. Auf jeden Fall gilt eine Wettkampfpause, bis das Übertrainingssyndrom überstanden ist. Während der Behandlung und auch zur Vermeidung des Übertrainings kann es Sinn machen, zum Ausgleich noch eine andere Sportart zu betreiben.

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