Glaukomvorsorge

Glaukomvorsorge

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Dort, wo der Sehnerv quasi an der Augenrückwand an die Netzhaut ankoppelt, das ist die Position des so genannten Sehnervenkopfes. Wenn dieser geschädigt ist, dann liegt der “Grüne Star”, also ein Glaukom vor. Der Betroffene sieht immer schlechter, und das Gesichtsfeld engt sich immer weiter ein, und der Augenarzt ist dann im Prinzip machtlos.

Daher ist die Glaukomvorsorge durch den Augenarzt zur Früherkennung eines sich entwickelnden grünen Stars so wichtig. Allein die Augendruckmessung (Tonometrie) reicht dafür aber nicht aus. Zwar ist ein erhöhter Augendruck ein bekannter Risikofaktor für die Entstehung eines Glaukoms, dennoch ist es aber so, dass ungefähr 30% aller Glaukompatienten fast normale Augendruckwerte haben, zumindest zum Zeitpunkt der Messung, denn eine hohe Schwankungsbreite des Augendrucks ist (wie beim Puls) völlig normal. Mit anderen Worten: würde der Augenarzt allein das Kriterium des Augendrucks als Alarmsignal für ein Glaukom zu Grunde legen, dann würde ihm ein sehr großer Anteil der Fälle sozusagen durch die Lappen gehen. Vor diesem Hintergrund ist es zu verstehen, dass sich der Berufsverband der Augenärzte, und das ist übrigens auch die Sichtweise der Krankenkassen, kategorisch gegen die ausschließliche Messung des Augeninnendrucks im Sinne einer Vorsorgeleistung ausspricht. Kombiniert man aber die Tonometrie mit einer Sehnerven- bzw. Sehnervenkopfuntersuchung, dann besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit für die Aufspürung eines Glaukoms.

Für die Untersuchung des vorderen Bereiches des Auges verwendet der Augenarzt die Spaltlampe (1); mit dem Augenspiegel (“Ophthalmoskop”) (2) wird die “Funduskopie” am Augenhintergrund durchgeführt. Ggf. wird auch noch eine “Gonioskopie” zur Inaugenscheinnahme des Kammerwinkels zum Einsatz kommen.
(1) Die Spaltlampe ist ein Mikroskop mit schwenkbarem Arm und schwenkbarer Beleuchtung. Dazu wird das Kinn in eine Stütze gelegt, die Stirn wird zugleich an einem Halteband abgestützt, damit der Kopf und somit auch das Auge eine eindeutig definierte und unveränderbare Position einnimmt. Mikroskop und Lichtquelle können dann in Abständen von 2 – 10 cm vor dem Auge bewegt werden, wobei der Augenarzt zwischen mehreren Vergrößerungsstufen auswählen kann. “Gespaltet”, also in Spaltform ausgestrahlt wird dabei das Licht. Auf diese Weise ist es möglich, optische Schnitte der Linse und der Hornhaut zu produzieren. Im Ergebnis kann der Augenarzt damit den Kammerwinkel und die Tiefe der vorderen Augenkammer ausmessen.
(2) Das Ophthalmoskop ist ein Kontaktglas für eine gute Ausleuchtung der Kammerwinkel. Der Augenarzt sucht so nach Verklebungen oder Ablagerungen, die den Abfluss von Kammerwasser behindern können, was Glaukome ursächlich auslösen kann. Mit der Funduskopie ist dann die Untersuchung der Netzhaut einschließlich des Sehnervenkopfes gemeint. Um dies sehen zu können, muss die Brechung durch die Hornhautkrümmung eliminiert werden; dazu dient das Kontaktglas.

Sie heißt Papille, jene besondere Stelle, wo die Gefäße in den Innenraum des Auges ein- bzw. auch wieder austreten. Und genau so findet hier auch die Bündelung aller Sehnerven statt. Es ist sozusagen der Sehnervenkopf ein zentraler “Stecker” zum Gehirn. Gesund ist die Papille dann, wenn sie sich leicht vorwölbt in Richtung des Innenraums des Auges. An dieser Stelle nimmt eine Glaukomentstehung ihren Anfang. Dass das Erkennen erster krankhafter Veränderungen sehr viel Erfahrung des behandelnden Arztes erfordert, sollte jedem klar sein. Wenn der Augeninnendruck erhöht und der Sehnervenkopf auffällig sind, dann wird der Augenarzt noch weitere, detaillierte Untersuchungen zur genauen Abklärung eingeleiten.

Die Behandlung beginnt meistens mit drucksenkenden Augentropfen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man mit einem chirurgischen Eingriff ein Glaukom heilen kann, ist eher gering. Deshalb nochmals der wichtige Hinweis, dass allein nur eine rechtzeitige Erkennung der Glaukomentwicklung erfolgreich therapiert werden kann.

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