Check-Up 35

Check-Up 35

Bildquelle: © Andrei Tsalko - Fotolia.com

Beim sogenannten Check-up 35 handelt es sich um eine wichtige Vorsorgeuntersuchung, die von den gesetzlichen Krankenkassen ab dem 35. Lebensjahr bezahlt wird. Sie richtet sich gleichermaßen an Frauen und Männer und wird entweder vom Hausarzt, vom Allgemeinmediziner oder vom Internisten durchgeführt.
Der Check-up 35 gliedert sich in drei wesentliche Teile.

Das Vorgespräch

Vor der körperlichen Untersuchung führt der Arzt mit dem Patienten ein ausführliches Gespräch, das in Fachkreisen mit Anamnese bezeichnet wird. Der Mediziner kann sich dabei ein umfassendes Bild über die Lebensgewohnheiten, eventuelle Vorerkrankungen und erbliche Risiken machen. Er fragt nach dem Alkohol- und Nikotinkonsum, nach sportlichen Aktivitäten und auch nach dem allgemeinen Stressfaktor, dem der Patient im alltäglichen Leben unterworfen ist.

Die körperliche Untersuchung

Dieser Teil des Check-up 35 ist ganz besonders aufwendig. Zunächst verschafft sich der Arzt einen Überblick über den Gesamtzustand seines Patienten. Gewicht, Größe und Body-Mass-Index werden festgestellt, anschließend misst der Mediziner den Blutdruck und die Pulsfrequenz. Danach folgt eine Untersuchung mit dem Stethoskop, bei der Herz und Lunge gründlich abgehört werden. Das Abtasten des gesamten Bauchraums gehört ebenso dazu wie eine umfangreiche Blutuntersuchung. Aufschlussreich sind diesbezüglich vor allem die Blutfettwerte: Sind sie zu hoch, können sie im schlimmsten Fall zu schweren Erkrankungen führen. Auch der Blutzuckerspiegel spielt innerhalb der Untersuchung natürlich eine große Rolle.
Eine sorgfältige Urinuntersuchung gehört ebenfalls zum Check-up 35. Überprüft wird vor allem der Gehalt an Eiweiß, Glucose, Leukozyten und Erythrozyten. Auf diese Weise lassen sich Harnwegserkrankungen, Nierensteine und Infektionen schnell und einfach feststellen. Außerdem kann eine Untersuchung des Urins eine Mangelernährung und sogar Diabetes aufdecken.
Eine weitere große Rolle spielt der Bewegungsapparat, denn zahllose Menschen ab 35 Jahren leiden bereits an Gelenk- und Rückenschmerzen oder haben Haltungsschäden.
Nicht weniger wichtig sind die Sinnesorgane: Der Mediziner wird einen ausführlichen Seh- und Hörtest durchführen, damit eventuelle Schwächen oder Erkrankungen behandelt werden können.
Zum Schluss wirft der Arzt einen Blick auf die Haut seines Patienten. Gibt es auffällige Veränderungen? Hat der Patient besonders viele Leberflecke oder ein Ekzem? Falls es diesbezüglich Auffälligkeiten gibt, erfolgt fast immer eine anschließende Überweisung zum Hautarzt.

Das Abschlussgespräch

Nun, da sich der Arzt ein sehr umfassendes Bild über die Gesundheit seines Patienten verschafft hat, wird er mit ihm die Untersuchungsergebnisse besprechen und ihm bei Bedarf selbstverständlich auch wertvolle Hinweise und Ratschläge geben. Falls beim Check-up 35 eine behandlungsbedürftige Erkrankung festgestellt wurde, legen Arzt und Patient gemeinsam das weitere Vorgehen fest.

Wissenswertes über den Check-up 35

Diese umfangreiche und sehr wichtige Vorsorgeuntersuchung wird ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert. Der Patient zahlt weder für die Untersuchung noch für die Beratung. Falls er jedoch spezielle Zusatzleistungen („IGeL“ = individuelle Gesundheitsleistungen) in Anspruch nimmt, die nicht von der Kasse getragen werden, muss er für diese selbst aufkommen.

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