Nervennahrung

Nervennahrung

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Eines ist vorab festzustellen: Vieles, was wir als Nervennahrung futtern, ist wenig geeignet dazu, dem Gehirn zur Energieerzeugung zu dienen. Es verschafft uns nur kurzfristig Energie, eine Tafel Schokolade zu essen. Die hohe Zuckeraufnahme schadet langfristig dem Körper. Trotzdem steht dem Organismus erst einmal eine gewisse Menge Energie in Form von Zucker zur Verfügung. Fakt ist aber auch, dass der Organismus diese Energie zum Teil in Fettgewebe umwandelt. Je mehr Fettgewebe man ansetzt, desto weniger Energie wird man haben und desto mehr Energie muss man aufbringen, um sich zu bewegen.

Reine Glucose ist der Stoff, den das menschliche Gehirn als Energieträger am Liebsten hat. Auch die Muskeln brauchen Energie, ebenso die Organe oder das Bindegewebe. Um diesen hohen Energiebedarf zu befriedigen, speichert der Organismus Fettdepots ab. Alles, was er an überschüssigem Fett oder Zucker aufnimmt, wird für Notzeiten in einem Depot aufbewahrt. Ohne weiteres wird der Organismus die hier gespeicherte Energie nicht loslassen. Er bekommt sein Soll ja auch durch die tägliche Nahrungsaufnahme zugeführt. Bei Stress oder Erkrankung kann er die gespeicherte Energie aus Fettpolstern in Glucose umwandelt und “zufüttern”. Gute Nerven hat man, wenn man vitalstoffreich isst, sich ausreichend bewegt und viel schläft. Bekommt der Organismus alle Vitalstoffe und genügend Mineralwasser, kann er seine Aufgaben am besten ausführen.

Die verschiedenen Vitamine und Mineralstoffe übernehmen wichtige Aufgaben im Energiestoffwechsel. Beispielsweise können die B-Vitamine das reibungslose Funktionieren des Energiestoffwechsels sicherstellen und das Nervensystem mit allem ausstatten, was es benötigt. Man sagt daher, dass die langsam verstoffwechselten Zuckermengen aus Vollkornerzeugnissen gesünder sind als eine Tafel Schokolade. Diese sorgt nach dem Verzehr zwar für einen schnellen Energieanstieg, kurze Zeit später aber für einen ebenso schnellen Energieabfall. Eine Handvoll Nüsse wäre sehr viel wirkungsvoller gewesen. Nüsse gelten nicht ohne Grund als Nervennahrung. Ohne ausreichend Calcium kann der Energiestoffwechsel ebenfalls nicht arbeiten. Man hat herausgefunden, dass alle Vitamine und Mineralstoffe besser aufgenommen und verarbeitet werden, wenn sie in natürlicher Form – also in Nahrung und nicht etwa in Nahrungsergänzung – vorliegen.

Neben den aufgenommenen Vitalstoffen sind im Körper entstehende Hormone für gute Nerven und ausgeglichene Laune wichtig. Die Menge der über die Nahrung aufgenommenen Aminosäure Tryptophan im Hirn entscheidet darüber, wer gute Nerven hat. Aus Tryptophan bildet der Körper nämlich das Hormon Serotonin. Interessanterweise ist Tryptophan in eiweißhaltigen Lebensmitteln enthalten. Neben Käse oder Quark, Geflügel oder magerem Fleisch, Fisch oder Hülsenfrüchten findet man diesen Grundstoff für die Serotoninbildung auch in Kohlenhydraten. Das erklärt, warum Schokolade oder Kakao einen so glücklich machen. Gegen ein gelegentliches Stückchen Schokolade ist absolut nichts einzuwenden, aber der Hauptteil der serotoninhaltigen Nervennahrung sollte über gesunde Kohlenhydrate aus Vollkornbrot, Vollkornpasta, Vollreis oder Vollkorn-Müsli stammen. Diese Kohlenhydrate werden nicht sofort, sondern erst nach und nach im Blut gelöst. Sie wirken daher auch länger.

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