Lebensmittelvergiftung

Lebensmittelvergiftung

Bildquelle: © Christian Schwier - Fotolia.com

Auch wenn alles gut geschmeckt hat, kann man sich eine Lebensmittelvergiftung zugezogen haben. Nicht nur die EHEC-Epidemie, die sommerlichen Norovirus- oder Salmonelleninfektionen lehren uns, dass Lebensmittel-Hygiene wichtig ist.

Erreger wie Salmonellen, Listerien oder Campylobacterkeime können ebenso eine Lebensmittelvergiftung auslösen wie das Botulinum-Toxin in verdorbenem Fleisch. Im Normalfall ist man einige Tage krank. Man hat Durchfall mit oder ohne Erbrechen. Bei älteren, immungeschwächten oder kleinen Patienten kann eine Lebensmittelvergiftung einen dramatischen Verlauf nehmen. Die Tatsache, dass 200.000 Bundesbürger alljährlich an einer Lebensmittelvergiftung erkranken, hat auch mit dem Verreisen zu tun. In warmen Jahreszeiten vermehren sich Salmonellen und andere Keime rasant. Puddings oder Eierspeisen mit Roh-Ei, Fisch und Fleisch können gefährliche Keimträger werden. In warmen Urlaubsländern werden öfter ungenügend durchgekühlte Lebensmittel zubereitet. Unsachgemäß gelagerte Eier, ein nicht gekühltes Tiramisu, abgepackte Sprossensalate oder verdorbenes Hackfleisch können fatale Ergebnisse zeitigen. Fertiggerichte, ungekühlter Eierlikör oder Frischfleisch aus der Tiefkühltruhe bilden Gefahrenherde.

Eine Tropenreise oder ein Urlaubsflug können mit einer Lebensmittelvergiftung enden. Wenn Sie bemerken, dass nach einer Mahlzeit Haut oder Atem nach Urin riechen, Blässe oder Unwohlsein auftreten und ein zunehmendes Krankheitsgefühl besteht, sollten Sie handeln. Es kann sich um ein hämolytisch-urämisches Syndrom handeln, das medizinisch HUS abgekürzt wird. Es handelt sich um eine Komplikation, die bevorzugt nach unfreiwilligem Genuss von Escherichia-coli-Bakterien (EHEC) und Shigellen entsteht. Besonders gefährlich sind diese Symptome für immungeschwächte Menschen, Kinder und Greise. Man sollte bei Auftreten solcher Symptome sofort ein Krankenhaus aufsuchen. Unbehandelt kann ein hämolytisch-urämisches Syndrom tödlich ausgehen. Bei einer Salmonellen-Infektion durch Keimbelastungen in Fleisch- und Fischgerichten, Muscheln, Eierspeisen, Majonäse, Dessertcremes, Torten oder Speiseeis leidet man an mehr oder minder schweren Durchfällen, die zur Dehydrierung führen können. Viele Durchfallerkrankungen sind meldepflichtig.

Lebensmittel-, Küchen- und Körperhygiene sowie regelmäßiges Händewaschen verringern die Ansteckungsgefahr. Wissen muss man, dass EHEC-Keime auch von Tieren übertragen werden. Meist sind sie aber in Lebensmitteln zu finden. Hackfleisch oder nicht richtig durchgegartes Schweinefleisch, Rohmilch und Rohmilchkäsesorten können verkeimt sein. Ungeeignete Düngepraktiken können sogar für verseuchtes Obst oder Gemüse sorgen. Erdnah wachsende Obstsorten sollte gründlich gewaschen werden, entsprechende Gemüse müssen gut durchgegart werden. Eine Quelle für Keime ist auch unsauberes Trinkwasser. Neben den Salmonellen lösen auch Campylobacter-Bakterien in Speisen Lebensmittelvergiftungen aus. Im Unterschied zu den Salmonellen vermehren sie sich in Lebensmitteln aber nicht. Die Verkeimungsquelle liegt in tierischen Fleischproduzenten. Unpasteurisierte Milch oder Fleischgerichte sind als bevorzugte Vergiftungsursache auszumachen. Ein Haustier mit Durchfall oder ein verkoteter Badesee können das allerdings auch leisten. Oft bleibt man länger ansteckend als dass man selber krank ist. Auch hier ist Dehydration zu bekämpfen.

Mit Shigellen infiziert man sich über unreines Trinkwasser, unzureichend gegarte Lebensmittel oder Insekten. Die Shigellenruhr bleibt vier Wochen lang ansteckend. Nur Listerien lösen eher keinen Durchfall, sondern grippeähnliche Symptome aus. Ohne Antibiotika kann sich eine Blutvergiftung entwickeln, die tödlich ausgeht.

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