Laktoseunverträglichkeit

Laktoseunverträglichkeit

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Die Laktoseunverträglichkeit kann bereits angeboren sein oder im Laufe des Lebens erworben werden. Viele Völker, beispielsweise Asiaten, vertragen keine Milchprodukte. Ihnen fehlt von Natur aus das Enzym, das die Aufspaltung von Milchprodukten im Organismus bewirkt. Da mindestens die Hälfte der Weltbevölkerung keine Milchprodukte verträgt, ist man in bester Gesellschaft.

Wenn das Enzym Laktrase nicht (mehr) in ausreichender Menge im Körper vorhanden ist, wird es für den Organismus schwer, die Laktose – den Milchzucker – aufzuspalten und zu verdauen. Mit dem Milcheiweiß hat man dagegen meist keine Probleme. Dass ein Enzymmangel für die schon länger bekannte Laktoseintoleranz verantwortlich ist, entdeckte man erst im 20. Jahrhundert. Heutzutage kann man das Enzym Laktrase zwar als Kapsel zuführen. Für den Darm ist es jedoch besser, wenn man Laktosehaltiges ganz meidet. Auf Reisen ist das zuweilen schwierig. Es gibt jedoch heutzutage Listen oder Webseiten, durch die laktosefreie Lebensmittel in alphabetischer Folge aufgezählt werden. Bei Laktoseintoleranz muss man alle Lebensmittel meiden, die von Natur aus Laktose enthalten. Zusätzlich entfallen aber auch all jene, denen Milchzucker zugesetzt wird. Das sind nicht wenige. In neuerer Zeit muss ein Gehalt an Milchzucker grundsätzlich deklariert werden.

Bei vielen Menschen wird eine kleine Menge Laktose täglich vertragen. Bei anderen Menschen löst schon die kleinste Menge Beschwerden aus. Die Laktose wird von Darmbakterien vergoren. Es kommt zu Gasbildung, Blähungen, Bauchkrämpfen, Durchfall und Übelkeit. In schweren Fällen können die Betroffenen sich wie unter Strom fühlen oder unter laktosebedinger Schlaflosigkeit und ständigem Harndrang leiden. Laktrase-Mangel kann aufgrund von Darmerkrankungen entstehen. Es kann aber auch die Enzymaktivität im mittleren Lebensalter nachlassen. In Asien oder Afrika fehlt den Menschen das Enzym von Natur aus. In Europa hat man Untersuchungen zu Folge im Norden mehr Laktrase zur Verfügung als beispielsweise in Südfrankreich oder Italien. Per Laktoseintoleranztest, Darm-Gewebeprobe, Gentest oder Wasserstoffatemtest kann man feststellen, ob eine Laktoseintoleranz vorliegt.

Nach der Umstellung auf laktosefreie Kost sollte sich der Zustand schnell bessern. Heutzutage gibt es zahlreiche wohlschmeckende Sojaprodukte, die keinerlei Laktose enthalten. Soja-, Hafer- oder Reismilch, laktosefreie Margarine, Sojajoghurt, laktosearme Käsesorten, Kokosmilchgetränke und anderes ersetzen die Milchprodukte. Sämtliche Gemüse und Obstsorten kann man ohnehin essen. Manche Brot- und Brötchensorten können Quark oder Milch enthalten. Kuchen und süßes Gebäck sind fast immer laktosehaltig. Verzichten muss man auch auf zahlreiche Restaurant-Gerichte und industriell hergestellte Fertignahrung. Dieser wird oft Laktose als Würzzutat oder verdecktes Süßungsmittel zugesetzt. Bei Laktoseintoleranz muss man beispielsweise auf Wurstsorten zurückgreifen, die aus schierem Fleisch bestehen. Fast alle Kochwürste und mehr als 80 Prozent der Aufschnitt- und Wurstsorten werden mit Laktose versetzt. Es ist für viele Betroffene schwer, einen echten Kochschinken von einem Formschinken mit Laktosegehalt zu unterscheiden. Noch schwieriger ist es, den Unterschied zwischen “laktosefrei” und “laktosearm” auszumachen. Vieles, was in Wahrheit nur laktosearm ist, wird als laktosefrei vermarktet.

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