Gesundheitliche Risiken der grünen Gentechnologie

Gesundheitliche Risiken der grünen Gentechnologie

Bildquelle: © Perry - Fotolia.com

Seit Jahrtausenden bedient sich der Mensch an der unerdenklichen Vielfalt von Pflanzenerbgut. Durch gezielte Auswahl und Kreuzung von Pflanzen mit bestimmten Merkmalen entstanden Kulturpflanzen, die reichere Erträge lieferten oder weniger empfindlich gegen Trockenheit oder Krankheiten waren. Mit der zunehmenden Erforschung des Erbguts und der Entwicklung von Methoden, dieses gezielt zu beeinflussen, schlug die Stunde der grünen Gentechnologie.

Innerhalb der EU unterliegt die Forschung an gentechnisch modifizierten Organismen (GMOs) strengen Auflagen. In Deutschland ist der Anbau solcher Organismen bislang sogar weitestgehend verboten. Doch trotz der Bemühungen, gentechnisch veränderte Organismen zumindest bis auf weiteres aus dem Handel zu halten, können solche Produkte über das Hintertürchen des EU-Parlaments in unsere Ladenregale drängen. Darauf arbeiten vor allem Großkonzerne wie Monsanto hin, die zu den dominierenden Größen im Geschäft mit GMOs gehören.

Doch welche Risiken birgt die Grüne Gentechnologie für den Endverbraucher? Handfeste Forschungsergebnisse gibt es hierzu bislang nur vergleichsweise wenige, obwohl bereits seit Mitte der 80er Jahre Pflanzen mit fremdem Erbgut aus anderen Pflanzen oder Mikroorganismen ausgestattet werden. So behauptete 1998 der ungarische Biochemiker Pusztai, dass Ratten, die mit Lektin-produzierenden Kartoffeln gefüttert wurden, Schäden an Immunsystem und inneren Organen aufwiesen. Seine Ergebnisse wurden zwar als methodisch unzureichend kritisiert, der Verdacht hat sich jedoch bis heute gehalten. Die vermuteten gesundheitlichen Schäden durch den Konsum von Produkten, die GMOs enthalten, erstreckt sich von der Zunahme von Allergien bis hin zu Entstehung von Antibiotika-Resistenzen. So wurde beispielsweise ein allergieauslösendes Paranuss-Protein in eine Sojabohne übertragen. Bislang ungefährliche Lebensmittel könnten auf diese Weise zum Problem für Allergiker werden. Inzwischen werden GMOs sowohl auf ihr Allergierisiko getestet, als auch ohne Verwendung von Antibiotika-Markern erzeugt.

Neben möglichen direkten gesundheitlichen Risiken durch den Verzehr von GMO-Produkten können durch die unbeabsichtigte Auskreuzung von GMO-Erbgut Pflanzen mit neuen Eigenschaften als Beiprodukte entstehen. Bekannt ist bereits, dass Resistenzen auf Ackerunkräuter übertragen werden können, was zur Folge hat, dass diese schwerer zu bekämpfen sind. Das Potenzial solcher wilden Auskreuzungen ist bislang unzureichend erforscht, soll jedoch relativ gering sein. Wie zu verhindern ist, dass Pollen von GMO-Pflanzen auf andere Pflanzen übertragen werden, bleibt fraglich. Ein mögliches Resultat ist hierbei ebenfalls das Einfließen pflanzenfremder Gene in bislang unveränderte Sorten, die in unmittelbarer Umgebung angebaut werden. Ein Umstand, gegen den benachbarte Landwirte, die nicht-veränderte Lebensmittel anbauen, sich kaum zur Wehr setzen könnten.

Nach der Auswertung von 81 Studien über einen Zeitraum von 15 Jahren kam die Europäische Kommission zu dem Schluss, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass GMOs gesundheitliche Schäden hervorrufen. Dennoch bleibt die Haltung von Verbrauchern gegenüber diesen künstlichen Konstrukten skeptisch bis ablehnend. Ob zu Recht, lässt sich wohl nur durch Langzeitstudien belegen.

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