Fructose-Unverträglichkeit

Fructose-Unverträglichkeit

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Blähungen und Bauchgeräusche, Sodbrennen und Schmerzen, Verstopfung oder Völlegefühl, Durchfall und in manchen Fällen sogar eine depressive Verstimmung – wer über einen längeren Zeitraum an solchen Beschwerden leidet, wird meist einer gründlichen Diagnostik unterzogen. Haben Ultraschall sowie Magen- und Darmspiegelung nichts Auffälliges ergeben, drohen oft Ausschlussdiagnosen wie Reizdarm oder psychosomatische Stressreaktion. Daran, dass die Säureattacke in Magen und Speiseröhre auch eine süße Ursache haben kann, wird oft nicht gedacht, obwohl dieses Phänomen immer häufiger anzutreffen ist: Fast jeder dritte Deutsche leidet heute an einer mehr oder minder starken Unverträglichkeit gegen Fruchtzucker. Wird die Ursache von Völlegefühl und Bauchschmerzen nicht erkannt, beginnt oft ein fataler Kreislauf: Die Betroffenen versuchen, sich besonders gesund zu ernähren, und nehmen mit einem erhöhten Anteil an Rohkost noch mehr Fructose zu sich.

Wenn der Darm Alarm schlägt

Fruchtzucker in großer Menge wirkt nahezu bei jedem Menschen abführend. Gerät der Darm allerdings schon bei einem Apfel aus den Fugen, könnte das daran liegen, dass ein Transporteiweiß im Dünndarm seinen Job nicht richtig macht. GLUT-5 heißt das Protein, dass bei einer gut funktionierenden Verdauung den Fruchtzucker aus der Nahrung aufnimmt und als dem Organismus als Energiespender zuführt. Ist dieser Mechanismus gestört, spricht man von einer Fructose-Malabsorption: Die Fructose wanderte weiter in den Dickdarm, wo sie von den dort lebenden Bakterien bearbeitet wird. Dabei entstehen Gase wie Methan und Wasserstoff – und damit die Blähungen. Intestinale Fructose-Intoleranz lautet die Diagnose, wenn bereits Beschwerden bestehen.

Diagnose per Atemtest

Wenn typische Beschwerden vorhanden sind und vielleicht sogar mittels Ernährungstagebuch bestimmten Lebensmitteln zugeordnet werden können, ist der Weg zur gesicherten Diagnose frei: Die Betroffenen müssen lediglich eine Fruchtzuckerlösung trinken und danach in regelmäßigen Abständen in ein Gerät pusten, mit dem sich der Wasserstoffgehalt in der Atemluft messen lässt. Hohe Werte weisen auf eine erhöhte Aktivität der Dickdarmbakterien und damit auf eine Fructose-Malabsorption im Dünndarm hin.

Nicht auf Obst verzichten

Ist der Auslöser für die kräfte- und nervenzehrenden Beschwerden endlich gefunden, möchten viele Betroffene klar ersichtliche Fructose-Lieferanten wie Obst und Gemüse am liebsten gleich vom Speiseplan streichen. Das muss nicht sein, sind sich die Experten einig. Viel wichtiger ist es, den versteckten Zucker in Fertigprodukten zu meiden, der sich auf der Liste der Inhaltsstoffe beispielsweise als Maisstärkesirup, Fruchtsüße oder Inulin tarnt.

Ernährungstipps

Eine Fruchtzucker-Unverträglichkeit ist nicht heilbar. Mit bewusstem Einkaufs- und Essverhalten lassen sich die lästigen Beschwerden jedoch deutlich lindern:

  • Rohkost in kleinen Portionen über den Tag verteilt essen
  • Gemüse öfters garen
  • Rohkost mit Eiweiß oder Fett kombinieren. Das verlängert den Verdauungsweg und verbessert die Fructoseaufnahme im Körper.
  • Ein ausgewogenes Verhältnis von Fructose und Glucose (Traubenzucker) macht Fruchtzucker verträglicher.
  • Frische Lebensmittel statt Fertigprodukte. Finger weg von gesüßten Sirups oder Smoothies!

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