Laufen für Jugendliche: In der Geduld liegt die Kraft

Laufen für Jugendliche: In der Geduld liegt die Kraft

Bildquelle: © Jürgen Fälchle - Fotolia.com

Richtiges Laufen will gelernt sein, vor allem von Jugendlichen. Laufen fördert den Stressabbau gerade in der Pubertät, in der vor allem schulische und familiäre Konflikte die Jugendlichen oft unter Stress setzen. Während bis zu einem Alter von 15 Jahren vor allem Motorik und Ausdauer geschult werden sollten, um den verschiedenen Wachstumsphasen Rechnung zu tragen, sollte sich das Training ab 15 gezielter mit Kraft, Technik und Intervalltraining beschäftigen.

Ein gutes Lauftraining für Jugendliche setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen. Dauerlauf. Von verschiedenen Experten wird ein wöchentlicher Dauerlauf von bis zu 800 Metern empfohlen, gelegentlich können aber auch Strecken von bis zu zehn Kilometern absolviert werden.

Intervalltraining. Dieses Training sollte zwei Mal pro Woche stattfinden und 15 bis 20 Minuten andauern. Dabei ist es wichtig, dass die anaerobe Belastung – Inkaufnahme eines Sauerstoffdefizites durch höhere Anstrengung – nicht mehr als ein Zehntel der Laufstrecke ausmacht.

Wettkämpfe. Jugendliche sollten wenn möglich an Wettkämpfen teilnehmen, um die Motivation für das regelmäßige Lauftraining zu steigern. Am Besten in den Ferien oder an langen Wochenenden, um nicht in Kollision mit schulischen Anforderungen zu geraten.Dabei raten Experten den Eltern, ihren Kindern auch Wettkämpfe zu ermöglichen, die nicht ortsnah stattfinden.

Unterschiedliche Sportarten. Eine zu frühe Festlegung auf den Laufsport kann zu einseitiger Muskelbildung und damit zu Wachstumsstörungen führen. Der ist es sinnvoll, das Lauftraining mit anderen Sportarten zu ergänzen. Vor allem Schwimmen und Radfahren tragen zu einer gleichmäßigen Muskelbildung und damit zu einem harmonischen Wachstum bei. Gymnastik zum Dehnen und Kräftigen der Muskulatur wird ebenso empfohlen wie unterschiedliche Ballsportarten, um die verschiedenen Muskulaturen gleichmäßig zu beanspruchen. Dringend raten Experten vom Hanteltraining ab. Dieses kann zur Überbeanspruchung der Gelenke und einer deutlich einseitigen Belastung der Muskulatur führen. Besser sind Übungen, die darauf abzielen, das eigene Körpergewicht ausdauernd tragen zu können.

Spezialisierung erst ab 18 Jahren. Laufexperten wie Herbert Steffny oder Peter Röthig empfehlen eine Spezialisierung auf Laufstrecken erst dann, wenn der Wachstumsprozess weitgehend abgeschlossen ist. Vor allem sollten Jugendliche unter 18 Jahren auf den Marathonlauf verzichten. Die orthopädischen Risiken – zum Beispiel Ermüdungsbrüche oder Verschleißerscheinungen an den Knorpeln – sind nach Ansicht des Internationalen Verbandes der Marathon-Ärzte eindeutig zu hoch.
Grundsätzlich gilt: Jugendliche sollen Spaß am Laufen haben. Darauf müssen Trainer achten. Vor allem gilt es, zu hoch gesteckte Ziele der Jugendlichen zu relativieren. Nicht jeder, der regelmäßig trainiert, wird auch Medaillengewinner bei der Olympiade. Ein Freiraum für Spiel und Spaß ist daher wichtig, und sei es nur aus dem Grund, das Jugendliche auch dann weiter laufen und trainieren, wenn klar ist, dass aus ihnen kein Profi wird.

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